Raus aus der Wolldecke

Leben bedeutet für mich Bewegung. Was lebt, bewegt sich. Entwickelt sich. Stillstand macht krank. Leblos. Neue Experimente. Neue Herausforderungen. Neue Abenteuer. Meine persönliche Lebendigkeit. Raus aus der Komfortzone, rein ins Leben. Stillstand zu erkennen ist schwer. Er schleicht sich leise ein. Unser Gehirn? Liebt das Vertraute. Sicherheit. Routine. Komfort. Selbst wenn es dort unglücklich ist. Es verarscht uns. Deutschland? Meine Heimat. Meine Komfortzone. Sicherheit. Die Angst vor dem Unbekannten, dem Neuen, ist groß. Mein Gehirn lenkt ab. Vernünftig sein. Nichts da. Ich hau ab.

Berlin

Rübergehen

Ich laufe durch die Weserstraße in Neukölln. Bars. Menschen. Alkohol. Mein Kopf erzählt mir eine Geschichte: Alle haben Spaß. Alle sind glücklich. Alle sind zufrieden. Ich bleibe stehen, beobachte eine Bar von der anderen Straßenseite. Ein Teil von mir will hinein. Sich betrinken. Eine Frau kennenlernen. Einen One-Night-Stand haben. Dann meldet sich eine andere Stimme: Und morgen? Kater. Leere. Du wirst alt. Langweilig. Die anderen leben und du gehst nach Hause. Ich gehe rüber. Setze mich an die Bar. Ein Bier in der Hand. Ich schaue mich um. Die Gespräche wirken oberflächlich. Es riecht nach Rauch. Die Musik ist zu laut, das Bier zu teuer. Ich trinke aus. Stehe auf. Gehe nach Hause. Vielleicht habe ich an diesem Abend nicht das Nachtleben verlassen. Vielleicht habe ich nur eine Fantasie verlassen.

Berlin

Der Korb, der zum Marathon wurde

Das Date? 21km laufen. Fair enough. Nicht die beste Idee, Dating und Marathonvorbereitung zu verbinden. „Knöchel tut weh." Egal. Ich mach mein Ding. Meine Beine fliegen über das Tempelhofer Feld. Runner High setzt ein. Ich halluziniere – sehe meine Freunde, wie sie mich nach einem Marathon im Ziel feiern. Marathon? Wieso nicht einfach jetzt? Just do it. Ein Glaubenssatz, den ich mir die letzten Monate ins Gehirn gebrannt habe. Wie? Machen. Machen. Machen. Die Realität holt mich aus dem Traum. Eine Stimme ruft mir entgegen: „Du Rakete!" Mein Date, auf ihrem Fahrrad, mit ihrer Freundin. Ihre Worte motivieren mich. Fuck it. Ich laufe die 42km. Die letzten Kilometer die Hölle für meine Hüften. Schreiend erreiche ich das Ziel, hake die Chaos-Aufgabe ab. Mit Schmerzen wälze ich mich durch die Nacht, wache morgens grinsend auf. Selbstbewusstsein-Booster.

Berlin

Niemand macht etwas

Ein Mann in meinem Alter sitzt in der U-Bahn. Blick auf den Boden. Die Tränen laufen ihm herunter. Von Station zu Station beobachte ich ihn. Ich wünschte, ich könnte ihm helfen, ihn umarmen, menschlich sein. Ich zögere. Alle zögern. Niemand macht etwas. Wieso? Ich sammle meinen Mut, stehe auf und frage ihn, ob er eine Umarmung braucht. Er lehnt zuerst ab. Dann ändert er seine Meinung. Wir umarmen uns. Ich spüre seine Trauer, seine Verzweiflung. Er krallt sich an mich. Ich versuche, ihm Halt zu geben. Er freut sich zutiefst, bedankt sich einige Male. Wir verlassen die Bahn.

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Mein verletztes Ego, mein Dämon

Keine Antwort auf meine Nachricht. Kein Interesse hier. Ein Korb dort. Die Einsamkeit in mir wächst. Mein Ego rast. Es sucht nach Fehlern. Im Spiegel. Im Außen. Bei Freunden. In der Familie. Die Nadel im Heuhaufen. Overthinking. Menschen, die mir nahestehen, drücke ich weg. Familie. Freunde. Neue Menschen machen mir Angst. Die Einsamkeit nimmt zu. Ich isoliere mich und frage mich gleichzeitig, warum ich mich einsam fühle. Ein Teufelskreis.

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